iOS 14 Update macht Online-Werbung blind

Nein, soweit wird es nicht kommen. Alle seriöse Medien und Marktbeobachter sind sich aber einig, dass das neue iOS 14 Update von Apple das Zeug hat, den Online-Werbemarkt gehörig zu beeinträchtigen. Und dieser ist immerhin 80 Milliarden Dollar schwer.

Spiegel.de resümiert sogar: „Das Update bedroht den Markt für personalisierte Onlinewerbung.“

Bild: istock.com/4×6

Darum geht es:

Apps müssen bei iPhone- und iPad-Nutzern künftig erst eine Erlaubnis für Werbe-Tracking einholen (Opt-in). Nur dann können sie auf eine eindeutige Geräte-ID (Advertising Identifier – IDFA) zugreifen.

Die IDFA-Kennung wird vom Betriebssystem zufällig erzeugt und dient dazu, einzelne Nutzerinnen und Nutzer zu identifizieren, damit ihnen personalisierte Werbung ausgespielt werden kann.

Das Ergebnis:

Autofans bekommen Autowerbung. Nutzer einer Immobilien-App bekommen Werbung außerhalb der eigentlichen Immobilien zu den Städten, in denen sie Wohnungen suchen. Onlineshopper bekommen Werbung zu Produkten, die sie zwar angesehen, aber noch nicht gekauft haben.

Das ist aber nicht alles. Facebook führt über die IDFA Kennung auch alle „anonymisierten“ Daten so zusammen, dass die Identität des Nutzers für Facebook kein Geheimnis mehr ist. Diesen Datenpool nutzt Facebook dann auch im eigenen Werbenetzwerk für zielgenaue Online-Werbung.

Die Weitergabe der IDFA-Kennung kann ein iOS Nutzer zwar bereits heute schon unterbinden, aber Apple macht nun aus einem „Opt-out“ ein „Opt-in“. Damit wird der Identifier praktisch nutzlos. Denn wenn man Anwender gezielt fragt, ob man die Daten für Werbung verwenden darf, sagen diese zum Großteil: NEIN!

Es geht also deutlich über die Werbeausspielung in Apps hinaus. Die Frage, die im E-Commerce seit einiger Zeit umgeht, über welchen Kanal Kunden z.B. bei einem Warenkorbabbruch zielgerichtet und erfolgsversprechend angesprochen werden können, lässt sich daher noch schwieriger für Online-Kanäle beantworten.

Die Alternative:

Als einzige, sichere Alternative bleibt die postalische Ansprache des Kunden. Denn hierfür benötigen die E-Commerce-Händler keine Zustimmung der Kunden. Er kann ohne Beteiligung Dritter und ohne der IDFA-Kennung, die eigenen Warenkörbe auswerten und die Kunden an ausstehende Check-Out-Prozesse erinnern.

Wie einfach und wirtschaftlich das unterdessen geht, beschreibt auch das ONEtoONE Magazin in vielfältiger Weise auf seiner Programmatic Printing Plattform.

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